Home Assistant 2026.10: Warum mich der neue KI-Schalter mehr beschäftigt als die neue Karte

von Patrick · · 5 Min. Lesezeit · Erfahrungsbericht


Am Release-Abend lese ich bei Home Assistant immer zuerst die Breaking Changes, alles andere kommt später. Bei 2026.10 bin ich dann aber an einer Kleinigkeit hängen geblieben, die mich seitdem nicht mehr loslässt: Der MCP-Server lässt sich jetzt mit einem einzigen Schalter einschalten.

Was hinter dem MCP-Server steckt

MCP steht für Model Context Protocol. Über diese Schnittstelle können KI-Anwendungen wie Claude strukturiert mit anderen Systemen sprechen, und niemand muss dafür jedes Mal eine eigene Anbindung bauen. Neu ist vor allem, wie einfach das geworden ist. Ihr schaltet den Server ein, und die Oberfläche zeigt euch gleich die Adressen, die ihr in eurer KI-Anwendung eintragen müsst. Kein YAML, kein Token-Gefrickel.

Für mich ist das zugleich verlockend und ein bisschen unheimlich.

Warum ich es verlockend finde

Bei uns hängen inzwischen so viele Sensoren und Aktoren an Zigbee und ESPHome, dass ich selbst manchmal den Überblick verliere. Welcher Fühler hängt in welchem Raum? Welche Automation sorgt dafür, dass die Rollläden bei Sturm hochfahren? Und wer hat eigentlich dieses Licht angelassen?

Einfach fragen zu können, warum es letzte Woche in einem Zimmer so kalt war, oder welche Lichter seit einer Stunde brennen, würde mir bei der Fehlersuche viel Klickerei ersparen. In einem Zweifamilienhaus mit zwei Heizkreisen und einer Menge Automationen wäre eine Instanz, die mir die Historie ordentlich zusammenfasst, wirklich hilfreich.

Warum ich trotzdem vorsichtig bin

Home Assistant macht es an der Stelle richtig: Standardmäßig dürfen sich nur Administratoren mit dem MCP-Server verbinden. Trotzdem bleibt es eine ernste Sache. Sobald eine KI lesend und je nach Rechten auch schreibend auf euer Zuhause zugreift, ist das kein Spielzeug mehr. Ein Modell, das Temperaturverläufe auswertet, ist eine Sache. Eines, das Schlösser oder die Heizung ansteuern könnte, eine ganz andere.

Deshalb gilt bei mir: Erst einmal nur lesen, und nur in unkritischen Bereichen. Temperatur- und Luftfeuchtesensoren oder der Status vom Music Assistant sind ein guter Anfang. Über Steuerungsrechte denke ich erst nach, wenn ich weiß, was die KI mit den Daten anfängt und welche Entitäten ich überhaupt freigeben will.

Karte und Trigger-IDs: die Neuerungen für den Alltag

Zwei Änderungen werden mir vermutlich öfter auffallen als die KI-Spielerei.

Die neue Karte. Sie nutzt jetzt OpenStreetMap-Vektorkacheln statt fertiger Bilder und bleibt deshalb bei jeder Zoomstufe scharf. Dazu gibt es einen eigenen Dunkelmodus, der nicht wie ein nachträglich drübergelegter Filter wirkt.

Trigger-IDs per Häkchen. Bisher musste man Auslöser in einer Automation mit selbst vergebenen IDs auseinanderhalten, und die standen versteckt im YAML. Die neue Bedingung „Ausgelöst durch“ zeigt die Trigger als Checkliste. Ihr setzt ein Häkchen, und Home Assistant verwaltet die IDs im Hintergrund. Wer wie ich über die Jahre ein paar unübersichtlich gewachsene Automationen angesammelt hat, spürt das sofort.

Nabu Casa will Home Assistant Cloud in „Home Assistant Link“ umbenennen. Laut Release Notes passiert das erst mit dem Dezember-Release. Die Funktion ändert sich dadurch nicht. Als Begründung nennt Nabu Casa, dass man sich vom Wort „Cloud“ absetzen möchte. Das passt zum MCP-Thema, denn dort geht es am Ende auch darum, wer Zugriff auf die Daten im eigenen Haus bekommt.

Mein Zwischenfazit

Das Update lohnt sich schon wegen der Automations- und Karten-Verbesserungen. Den MCP-Server fasse ich erst einmal nur mit spitzen Fingern an, bis ich ein besseres Gefühl dafür habe, welche Rechte ich wirklich vergeben will.

Habt ihr schon Erfahrungen mit MCP und Home Assistant gesammelt? Schreibt sie gern in die Kommentare, das interessiert mich sehr.

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